Garten- und Landschaftsbau liegt im Trend
Foto: BGL. – Abwechslungsreich: Landschaftsgärtner arbeiten mit verschiedensten Materialien. Bei der Natursteinmauer kommt es auf jeden Stein an.
Steigende Ausbildungszahlen:
Garten- und Landschaftsbau liegt im Trend
Man sieht sie in Gärten, öffentlichen Parks, entlang der Straßen oder auf Dächern emsig arbeiten: Landschaftsgärtner. Es gibt viel für sie zu tun. Dies belegt auch die Ausbildungsquote – gemessen an den gewerblichen Arbeitskräften – von fast 11 Prozent im vergangenen Jahr. Während das Handwerk, der zweitgrößte Ausbildungsbereich überhaupt, nach kürzlich veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes den höchsten Rückgang an Ausbildungsverträgen verzeichnete, ist die Zahl der auszubildenden Landschaftsgärtner in Deutschland deutlich gestiegen: Waren es 2007 noch rund 6.400 Auszubildende in gewerblichen Garten- und Landschaftsbaubetrieben, so wurden 2008 schon fast 6.900 Ausbildungsplätze besetzt – mit steigender Tendenz. Beste Aussichten für Schulabgänger also! …
In Zeiten, in denen der öffentliche Raum in den Städten an Bedeutung gewinnt und immer mehr Menschen sich für einen Garten interessieren, ist die Arbeit der Landschaftsgärtner bei Unternehmen, Kommunen und Gartenbesitzern gefragt: Wer gestaltet Baumalleen, Stadtparks, bepflanzt Verkehrsinseln und legt Traumgärten an? Die guten Aussichten im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) wecken das Interesse vieler Schulabgänger, so auch das von der naturbegeisterten Marina B., die zuerst über ein Praktikum in den Sommerferien Einblicke in den Beruf gewonnen hatte und heute im dritten Lehrjahr ist. Hat sie ihre Wahl je bereut? „Noch nie! Schon in den ersten Tagen meines Praktikums war klar: Das will ich machen!“ Sie schätzt vor allem die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeiten, die sie mit „alles schön machen“ überschreibt. Jugendlichen, die sich für den Beruf des Landschaftsgärtners interessieren, rät sie: „Macht in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb ein Praktikum! Denn man muss es einfach einmal ausprobieren. Ohne diesen Einblick kann sich wohl kaum jemand vorstellen, was ein Landschaftsgärtner so alles macht.“
Was macht ein Landschaftsgärtner?
Einen Tag auf der Baustelle beschreibt die engagierte Auszubildende folgendermaßen: „Die ersten Tage geht es ans Einmessen. Darum sollten Jugendliche, die sich zu Landschaftsgärtnern ausbilden lassen möchten, unbedingt auch mathematisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen besitzen. Gearbeitet wird nach dem Plan des Landschaftsarchitekten, wobei aber ein gewisser Spielraum bleibt und eigene Ideen gefragt sind. Die Wasserpflanzen etwa, die in den verschiedenen Zonen eines Teiches ihren Platz finden, werden selbst ausgesucht – in Abstimmung mit dem Gartenbesitzer. Nach dem Einmessen wird der Teich mit dem Bagger ausgeschachtet, dann verlegen wir Vlies und Folie. Die Folie muss noch zusammengeschweißt werden. Am schönsten finde ich Teiche in Nierenform, deren Ränder wir mit Rotsandstein modellieren. Eine Filteranlage sorgt für klares Wasser. Und wenn wir tief genug ausgeschachtet und Wasser eingefüllt haben, können auch Fische in den Teich. Fest steht“, erklärt sie weiter, „für diesen Beruf muss man zupacken können! Viele Arbeiten erfordern Kraft und körperliche Fitness und man macht sich auch mehr als nur die Finger schmutzig.“ Im Gegenzug lernen Auszubildende zum Landschaftsgärtner alles über den Neubau eines Gartens bis zur Grünpflege, wie Pflanzarbeiten ausgeführt werden, wie sie Rasen vertikutieren und aerifizieren, wie sie Bäume mit der Kettensäge fällen, wie sie Terrassen und Wege pflastern, Mauern und Bachläufe bauen. Der Beruf des Landschaftsgärtner ist also genau das richtige für Jugendliche, die sich bei verschiedenen Tätigkeiten mit Leib und Seele an der frischen Luft auspowern möchten – statt den ganzen Tag im Büro zu verbringen.
Für erste Einblicke: Ferienpraktikum
Auch der 24jährige Mike R., der ebenfalls im dritten Ausbildungsjahr ist, möchte nach einem Arbeitstag sehen, was er geleistet hat. Wie viele aus seiner Berufschulklasse ist er über ein Praktikum auf den Garten- und Landschaftsbau gestoßen. Die Branche hat ihm aufgrund der abwechslungsreichen Herausforderungen auf Anhieb gefallen. „Der Beruf ist anspruchsvoll, aber auch sehr interessant und macht richtig Spaß!“, so sein Resümee aus rund zwei Jahren Ausbildung. „Er ist ein perfekter Mix aus Kreativität, Handwerk, Natur und Fitnessstudio. Einsteigern kann ich aber versichern, dass die Kraft für die körperlichen Arbeiten mit der Zeit von ganz allein kommt. Köpfchen sollte man schon mitbringen, wie etwa technisches Verständnis, und man darf auch keine Angst vor Zahlen haben. Denn auf dem Stundenplan der Berufsschule steht neben Pflanzenkunde zum Beispiel auch Mathe.“ Das Gelernte kann dann direkt auf der Baustelle umgesetzt werden: Bei der Vermessung von Baustellen etwa zählen Flächen- und Massenberechnung. Vor allem beim Neubau von Gärten werden Maschinen eingesetzt: Bagger, Radlader, Motorsäge, Freischneider und Heckenschere, es wird mit Pflanzen aber auch viel mit Baustoffen wie Beton, Naturstein und Holz gearbeitet.
Das, womit sich Landschaftsgärtner aber vorrangig beschäftigen, sind Pflanzen: Bäume, Sträucher, Stauden, Heckenpflanzen und Rasen. Sie setzten grünen Sichtschutz, legen Beete und Rabatten an, modulieren das Gelände und verwandeln Gärten in blühende Paradiese. Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner dauert drei Jahre. Nach einem Jahr als Geselle gibt es die Möglichkeit, die Techniker- oder die Meisterschule zu besuchen oder ein Studium zum Landschaftsarchitekten zu absolvieren. In der Branche gibt es viele Gebiete, auf die sich Landschaftsgärtner spezialisieren können, beispielsweise als Baumchirurg – dann muss man allerdings schwindelfrei sein – oder als Greenkeeper auf Golfplätzen. Weitere Informationen und Adressen von ausbildenden GaLaBau-Betrieben, die auch Praktikumsstellen anbieten, gibt es unter www.landschaftsgaertner.biz. BGL
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1 Kommentar
Garten-Freunde - 25. Mai 2009 um 20:43
Ich kann mich gut an die Meisterprüfung von einem Freund erinnern – 50.000 Pflanzen mit Lateinischen Namen, Familienzugehörigkeit, Standort usw. Er meinte nur: Irgendwie weiß man einfach wo man welche Pflanzen einpflanzt und wenn nicht, dann ist man auch kein guter Gärtner. Da bin ich doch mit meinem Ingenieursstudiengang zufriedener.
Liebe Grüße aus Darmstadt. Svea – die Tulpe