Berg-Ahorn, Baum des Jahres 2009
Foto: Anja Wolf/IDgS. – Ein Würfelbecher, gedrechselt aus dem Holz des Berg-Ahorns.
Berg-Ahorn-Holz ist bei Musikinstrumenten-Herstellern hoch beliebt. Viele Blasinstrumente, zum Beispiel Blockflöte und Fagott, sowie der Körper der Mundharmonika, aber auch Zupfinstrumente wie Gitarren werden aus Berg-Ahorn-Holz hergestellt. Noch berühmter sind aber vermutlich die Streichinstrumente: Geigenbauer wie Guarneri (1698 bis 1744) und Stradivari (1644 bis 1737) sowie mehrere Generationen der Familie Amatis haben Instrumente geschaffen, die heute auf Auktionen für Millionen Dollar den Besitzer wechseln. Während für die Decke von Streichinstrumenten üblicherweise Fichte genutzt wird, ist Berg-Ahorn das Holz für den Boden, die Seiten, die Zargen, den Hals und den Steg. Hierbei wird ausschließlich feinringiges, für die Böden speziell „geriegeltes“ Holz verwendet, das einen welligen Faserverlauf aufweist.
Eine mögliche Erklärung, warum die Instrumente von damals so unvergleichlich gut klingen, wird im Klima gesehen. Es war generell etwas kälter als heute, was bei den Bäumen den Frühholzanteil mit großporigen Zellen und hauchdünner Zellwand überwiegen ließ, während sich bei mildem Klima vorwiegend Spätholz mit dicken Zellwänden und kleinem Porenraum bildet. Das damals gewachsene Holz hat also eine niedrigere Dichte und ist trotzdem extrem biegefest, was die Schwingungseigenschaften positiv beeinflusst. Seit 2008 versucht man diese Holzeigenschaften mit einer in der Schweiz von Forschern ganz neu entwickelten Methode nachzuempfinden: Das Ahornholz wird mit einem Pilz beimpft, der die Dichte des Holzes um etwa 10 % herabsetzt, ohne das Lignin zu zerstören. Man wird sehen, ob sich neue „Stradivaris“ durch die Hilfe eines Pilzes bauen lassen…
Doch auch sonst ist das Holz des Bergahorns beliebt: Es ist sehr hell. Dies ist ein Grund, es für Küchengeräte zu verwenden – zum Beispiel als Nudelholz: Man sieht sofort, wenn es nicht sauber geputzt wurde. Zudem ist das Holz sehr feinporig, wirkt fast porenlos, was ebenfalls den hygienischen Anforderungen in der Küche zugute kommt. Aus den gleichen Gründen wurden aus Berg-Ahorn-Holz die vielfach reich verzierten Melkeimer auf den Sennen hergestellt. Allgemein wird Ahornholz gerne für Gegenstände verwendet, die weder gestrichen noch poliert werden – vom Frühstücksbrettchen bis zur Walze der Heißmangel. Im Möbelbau wird es als Massivholz gern für Tischplatten verwendet, speziell für zünftige Wirtshaus-Tische. Beim Zierparkett ist Ahorn das helle Kontrastholz, beim Schachspiel werden die weißen Felder und weißen Figuren aus diesem Holz gefertigt. Überhaupt wird es gerne zum Drechseln genutzt.
Als Furnier erreicht Ahornholz Rekordpreise von teilweise über 10.000 € pro Festmeter. Der Faserverlauf des Berg-Ahorns ist oft wellig, was in schimmernden Querstreifen, den „Riegeln“, sichtbar wird. Riegel- oder auch Vogelaugen-Ahorn (dies sind Schälfurniere, in denen „schlafende Augen“, sozusagen „Reserveknospen“, als dunklere Punkte erkennbar sind) ergeben deshalb besonders lebendige Holzstrukturen.
Man sieht: Der Baum des Jahres 2009 ist nicht nur als Baum in seinem angestammten Lebensraum schön, sondern auch sein Holz hat außerordentliche, einmalige Vorzüge. Mehr über den Bergahorn erfahren Interessierte auf www.baum-des-jahres.de.IDgS
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